Wir müssen Neutralität neu denken!
Die drei globalen Machtblöcke China, Russland und die USA setzen zunehmend internationales Recht außer Kraft und bauen gleichzeitig ihr atomares, konventionelles und hybrides Waffenarsenal aus, um mittelfristig ihre imperialistischen Expansionspläne zu verwirklichen (Ukraine, Baltikum, Kanada, Grönland, Venezuela, Kuba, Taiwan).
Eine auf den Kopf gestellte geopolitische Situation und eine völlig neue High-Tech-Kriegsführung auf den Schlachtfeldern dieser Welt erfordern auch neue, unkonventionelle Denkansätze, da es keinem Kleinstaat der Welt möglich ist, eine militärische Intervention auf seinem Staatsgebiet gegen Großaggressoren dauerhaft abzuwehren.
Ein alternativer NATO-Beitritt bedingt nicht zwangsläufig einen "Schutzschirm" gegen eine militärische Aggression, da es die Beistandsklausel der NATO jedem Mitglied freistellt, welche Form der Unterstützung es für angemessen hält! Eine solche muss nicht zwingend militärisch sein! Außerdem hängt die Wehrfähigkeit der NATO zum wesentlichen Teil vom Engagement und (Atom)Waffenarsenal der USA ab. Dieses Engagement scheint – was mögliche militärische Interventionen der USA in Europa betrifft - sichtlich zu schwinden (siehe Unterstützung der Ukraine) bzw. wird zunehmend an mehr Gegenleistungen („Deals“) mit erpresserischen Maßnahmen (Zölle) geknüpft.
Auch die GSVP der EU bedeutet - abgesehen von der erforderlichen Einstimmigkeit im Rat - nicht zwingend einen militärischen Beistand der Partnerländer wobei sich für diese auch noch das Problem ihrer verteidigungspolitischen "Zwitterstellung" NATO versus EU stellt. Wann ist z.B. ein französischer Flugzeugträger der NATO und wann der EU zuzuordnen? Ist die NATO die "Fernsteuerung" der USA für Europa?